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06/10/2026

7 Min. Lesezeit

Slippage einfach erklärt

Slippage

Du möchtest verstehen, warum deine Orders im Trading manchmal zu einem anderen Preis ausgeführt werden als erwartet? Genau hier kommt Slippage ins Spiel. Ob beim Trading von Kryptowährungen, im Forex Trading oder beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren – schnelle Kursbewegungen, geringe Liquidität oder hohe Volatilität können dazu führen, dass sich der tatsächliche Ausführungspreis von deinem geplanten Preis unterscheidet. In diesem Ratgeber erfährst du, was Slippage im Trading bedeutet, wie es zu dieser Kursabweichung kommt und wie du das Risiko von Slippage reduzieren kannst. 

  • Definition: Slippage im Trading bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Preis einer Order und dem tatsächlichen Ausführungspreis, die durch schnelle Kursbewegungen oder Preisänderungen während der Orderausführung entsteht. 

  • Ursachen: Hohe Volatilität, geringe Liquidität, Marktorders ohne Preislimit sowie Verzögerungen bei der Orderausführung gehören zu den häufigsten Ursachen für Slippage im Trading. 

  • Maßnahmen: Durch Limit Orders, eine passende Slippage-Toleranz, kleinere Ordergrößen und das Trading in liquiden Märkten lässt sich das Risiko für starke Kursabweichungen reduzieren. 

  • Vor- und Nachteile: Slippage kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen, ermöglicht die Ausführung von Orders in schnellen Märkten, kann jedoch gleichzeitig zu schlechteren Ausführungspreisen und höheren Risiken führen.

Definition: Was ist Slippage?

Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Preis einer Order und dem tatsächlichen Ausführungspreis. Im Trading entsteht Slippage, wenn sich der Kurs zwischen der Platzierung und der Ausführung einer Order verändert. Besonders häufig kommt es dazu bei hoher Volatilität oder geringer Liquidität am Markt.

Slippage kann beim Trading von Kryptowährungen, im Forex Trading sowie beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren auftreten. Je nach Marktbewegung fällt die Kursabweichung dabei unterschiedlich aus.

Arten von Slippage

Im Trading wird grundsätzlich zwischen positiver und negativer Slippage unterschieden. Beide Formen beschreiben eine Abweichung zwischen dem erwarteten Preis einer Order und dem tatsächlichen Ausführungspreis.

  • Positive Slippage: Die Order wird zu einem besseren Kurs ausgeführt als ursprünglich erwartet. Das kann zum Beispiel passieren, wenn sich der Markt während der Orderausführung zugunsten des Traders bewegt.

  • Negative Slippage: Die Order wird zu einem schlechteren Preis ausgeführt als geplant, was häufig bei hoher Volatilität, schnellen Kursbewegungen oder geringer Liquidität auftritt.

Wie kommt es zu Slippage?

Slippage entsteht meist dann, wenn sich der Marktpreis zwischen der Platzierung einer Order und der tatsächlichen Ausführung verändert. Besonders häufig tritt Slippage im Trading bei hoher Volatilität, geringer Liquidität oder schnellen Kursbewegungen auf.

Zu den häufigsten Ursachen für Slippage gehören:

  • Hohe Volatilität: In turbulenten Marktphasen oder nach wichtigen Nachrichten können sich Kurse innerhalb von Sekunden stark verändern, wodurch der Ausführungspreis vom ursprünglich angezeigten Preis abweicht.

  • Geringe Liquidität: Wenn zu einem bestimmten Preis nicht genügend Kauf- oder Verkaufsorders im Markt vorhanden sind, wird die Order automatisch zu den nächstbesten verfügbaren Preisen ausgeführt, wodurch Slippage entstehen kann. 

  • Marktorders ohne Preislimit: Eine Marktorder (Market Order) wird sofort zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt und kann bei schnellen Kursbewegungen deshalb zu einem höheren oder niedrigeren Ausführungspreis führen als ursprünglich erwartet.

  • Zeitverzögerungen bei der Orderausführung: Selbst kurze Verzögerungen zwischen der Ordererteilung und der Verarbeitung durch Broker oder Börse können bei schnellen Kursbewegungen zu Preisabweichungen führen.

  • Große Ordergrößen: Sehr große Orders können die verfügbare Liquidität auf mehreren Preisstufen im Orderbuch beeinflussen, wodurch unterschiedliche Ausführungspreise entstehen können.

Slippage im Forex Trading

Forex Trading bezeichnet das Trading mit Währungen und gehört zu den größten Finanzmärkten weltweit. Slippage im Forex Trading tritt besonders häufig auf, weil sich Wechselkurse am Devisenmarkt rund um die Uhr verändern und auf Nachrichten oder wirtschaftliche Ereignisse oft innerhalb weniger Sekunden reagieren.

Typische Ursachen für Slippage im Forex Trading sind:

  • Wichtige Wirtschaftsereignisse: Nachrichten zu Inflation, Leitzinsen oder Arbeitsmarktdaten können starke Kursbewegungen auslösen, wodurch Orders oft zu einem anderen Ausführungspreis ausgeführt werden. 

  • Exotische Währungspaare mit geringerer Liquidität: Während große Währungspaare wie EUR/USD meist hohe Handelsvolumina aufweisen, kommt es bei exotischen Währungspaaren häufiger zu stärkeren Preisabweichungen. 

  • Trading außerhalb der Haupthandelszeiten: In Phasen mit geringer Marktaktivität stehen oft weniger Kauf- und Verkaufsorders zur Verfügung, wodurch das Risiko für Slippage steigt. 

  • Hebel im Forex Trading: Da viele Trader im Forex Markt mit Hebeln handeln, können bereits kleine Kursabweichungen größere Auswirkungen auf Gewinne und Verluste haben.

Slippage beim Wertpapierhandel

Beim Wertpapierhandel werden Finanzprodukte wie Aktien oder Anleihen über Börsen gekauft und verkauft. Slippage kann dabei entstehen, wenn sich der Kurs zwischen der Platzierung einer Order und der tatsächlichen Ausführung verändert oder nicht genügend Kauf- und Verkaufsorders zu einem bestimmten Preis verfügbar sind.

Wichtige Ursachen für Slippage beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren sind:

  • Geringe Handelsaktivität einzelner Wertpapiere: Weniger gehandelte Aktien oder Anleihen weisen oft eine geringere Liquidität auf, wodurch Orders häufiger zu abweichenden Ausführungspreisen ausgeführt werden. 

  • Starke Kursreaktionen auf Unternehmensnachrichten: Quartalsberichte, Unternehmenszahlen oder makroökonomische Ereignisse können plötzliche Kursbewegungen auslösen und dadurch Slippage begünstigen. 

  • Trading während volatiler Börsenphasen: Besonders zur Markteröffnung oder kurz vor Handelsschluss kommt es häufig zu stärkeren Preisbewegungen und höheren Handelsvolumina. 

  • Marktorders ohne Preisgrenze: Marktorders werden sofort zum nächsten verfügbaren Marktpreis ausgeführt und können bei schnellen Kursänderungen zu Preisabweichungen führen.

Slippage beim Trading von Kryptowährungen

Slippage beim Trading von Kryptowährungen tritt besonders häufig auf, weil Kryptomärkte rund um die Uhr geöffnet sind und oft starke Kursschwankungen aufweisen. Vor allem bei Coins oder Token mit geringerer Liquidität können sich Preise innerhalb weniger Sekunden deutlich verändern.

Häufige Ursachen für Slippage beim Krypto-Trading sind:

  • Hohe Volatilität am Kryptomarkt: Nachrichten, regulatorische Entwicklungen oder starke Marktbewegungen können innerhalb kurzer Zeit große Kursänderungen auslösen. 

  • Geringere Liquidität einzelner Coins und Token: Bei weniger etablierten Kryptowährungen stehen häufig nicht genügend Kauf- oder Verkaufsorders zu einem bestimmten Preis zur Verfügung, wodurch stärkere Preisabweichungen entstehen können. 

  • Hohe Handelsaktivität in kurzen Zeiträumen: Wenn viele Trader gleichzeitig Orders platzieren, kann sich der Marktpreis während der Orderausführung schnell verändern. 

  • Technische Verzögerungen bei der Ausführung: Hohe Netzwerkauslastungen oder Verzögerungen auf Trading-Plattformen können dazu führen, dass Orders erst zu einem späteren Preis ausgeführt werden.

Was bedeutet Slippage-Toleranz?

Die Slippage-Toleranz legt fest, wie stark der Ausführungspreis einer Order vom ursprünglich erwarteten Preis abweichen darf. Sie hilft dir als Trader dabei, das Risiko großer Preisabweichungen bei schnellen Kursbewegungen zu begrenzen.

Besonders beim Trading von Kryptowährungen oder in volatilen Märkten kann sich der Marktpreis innerhalb weniger Sekunden verändern. Mit einer festgelegten Slippage-Toleranz wird eine Order nur ausgeführt, wenn die Kursabweichung innerhalb des definierten Bereichs bleibt.

So funktioniert die Slippage-Toleranz:

  • Festlegung eines maximalen Abweichungswerts: Trader bestimmen vor der Orderausführung, wie stark der tatsächliche Ausführungspreis vom ursprünglichen Preis abweichen darf. 

  • Automatische Prüfung bei der Ausführung: Liegt die Preisabweichung innerhalb der festgelegten Toleranz, wird die Order ausgeführt. 

  • Ablehnung bei zu großer Kursabweichung: Überschreitet der Marktpreis den festgelegten Toleranzbereich, wird die Order in der Regel automatisch abgelehnt. 

Eine niedrige Slippage-Toleranz bedeutet mehr Kontrolle über den Ausführungspreis, kann jedoch dazu führen, dass Orders in volatilen Marktphasen nicht ausgeführt werden. Eine höhere Toleranz erhöht dagegen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Ausführung, bringt aber auch ein höheres Risiko für stärkere Preisabweichungen mit sich.

Bei Bitpanda ist die Slippage-Toleranz standardmäßig auf 5% voreingestellt. Diesen Wert kannst du vor jeder Order individuell anpassen – niedriger, wenn du mehr Kontrolle über den Ausführungspreis behalten möchtest, oder höher, um auch in stark schwankenden Marktphasen eine erfolgreiche Ausführung zu ermöglichen. So behältst du beim Trading auf der Bitpanda Plattform immer die Kontrolle darüber, wie stark dein Ausführungspreis vom erwarteten Marktpreis abweichen darf.

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Beispiele für Slippage

Wie sich Slippage im Trading auswirkt, zeigt sich besonders gut in realistischen Trading-Situationen. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie schnell sich der Ausführungspreis einer Order durch Kursbewegungen verändern kann.

Beispiel für Slippage im Forex Trading

Ein Trader verfolgt die Veröffentlichung neuer Inflationsdaten aus den USA und möchte das Währungspaar EUR/USD kaufen. Direkt nach der Veröffentlichung reagieren die Märkte jedoch innerhalb weniger Sekunden mit starken Kursbewegungen. Obwohl die Order ursprünglich zu einem Kurs von 1.1050 platziert wurde, erfolgt die Ausführung erst bei 1.1065, wodurch negative Slippage entsteht.

Beispiel für Slippage beim Wertpapierhandel

Ein Anleger platziert eine Kauforder für eine Aktie zu einem Preis von 100 Euro. Während der Ausführung fällt der Kurs aufgrund einer plötzlichen Marktbewegung auf 98 Euro. Die Order wird zum günstigeren Preis ausgeführt, wodurch eine positive Slippage von 2 Euro entsteht.

Beispiel für Slippage beim Trading von Kryptowährungen

Ein Trader möchte Bitcoin zu einem Preis von 90.000 Euro kaufen. Aufgrund hoher Volatilität am Kryptomarkt steigt der Kurs innerhalb weniger Sekunden auf 90.500 Euro. Die Order wird zum höheren Marktpreis ausgeführt, wodurch negative Slippage entsteht.

Wie stark Slippage ausfällt, hängt unter anderem von der Volatilität, der Liquidität und dem verwendeten Ordertyp ab. Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie du als Trader das Risiko von Slippage im Trading reduzieren kannst.

Wie kannst du Slippage vermeiden?

Slippage lässt sich im Trading nicht vollständig vermeiden, das Risiko für starke Preisabweichungen kann jedoch durch die richtige Strategie deutlich reduziert werden. Besonders in volatilen Märkten oder bei geringer Liquidität helfen gezielte Maßnahmen dabei, mehr Kontrolle über den Ausführungspreis einer Order zu behalten.

Möglichkeiten zur Reduzierung von Slippage sind:

  • Verwendung von Limit Orders: Limit Orders werden nur zu einem vorher festgelegten Preis oder besser ausgeführt und helfen dadurch, unerwartete Kursabweichungen zu begrenzen. 

  • Trading außerhalb besonders volatiler Marktphasen: Im Zuge von wichtigen Nachrichten, wirtschaftlichen Ereignisse oder zur Börseneröffnung treten häufig starke Kursbewegungen auf, wodurch das Risiko für Slippage steigt. 

  • Auswahl liquider Märkte: Märkte mit hoher Liquidität, wie große Währungspaare oder stark gehandelte Aktien und Kryptowährungen, bieten meist weniger schwankende Preise und geringere Kursabweichungen. 

  • Anpassung der Slippage-Toleranz: Mit einer festgelegten Slippage-Toleranz können Trader bestimmen, wie stark der tatsächliche Ausführungspreis von der ursprünglichen Order abweichen darf. 

  • Kleinere Ordergrößen: Große Orders können mehrere Preisstufen im Orderbuch beeinflussen und dadurch stärkere Slippage verursachen. 

  • Schnelle und stabile Trading-Plattformen: Eine schnelle Orderausführung kann helfen, Verzögerungen zwischen Orderplatzierung und Ausführung zu reduzieren. Dafür kannst du Plattformen wie Bitpanda Fusion nutzen.

Vor- und Nachteile von Slippage

Slippage kann im Trading sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Ob Slippage für dich als Trader vorteilhaft oder nachteilig ist, hängt unter anderem von der Marktsituation, der Liquidität und dem verwendeten Ordertyp ab.

Vorteile von Slippage

  • Positive Slippage: In einigen Fällen wird eine Order zu einem besseren Preis ausgeführt als ursprünglich erwartet, wodurch niedrigere Kaufpreise oder höhere Verkaufspreise möglich sind. 

  • Ausführung von Orders trotz schneller Kursbewegungen: Auch in volatilen Märkten können Orders ausgeführt werden, selbst wenn sich der Marktpreis während der Ausführung verändert. 

Nachteile von Slippage

  • Negative Slippage: Häufig erfolgt eine Order zu einem schlechteren Ausführungspreis als geplant, wodurch höhere Kosten oder geringere Gewinne entstehen können. 

  • Weniger planbare Trading-Ergebnisse: Starke Kursabweichungen können dazu führen, dass sich Ein- und Ausstiegspreise schlechter kalkulieren lassen. 

  • Höheres Risiko bei hoher Volatilität: Besonders in volatilen Märkten oder bei geringer Liquidität können schnelle Preisbewegungen zu unerwarteten Verlusten führen. 

  • Stärkere Auswirkungen bei großen Orders: Große Positionen können mehrere Preisstufen im Orderbuch beeinflussen und dadurch stärkere Slippage verursachen. 

Fazit: Warum Slippage im Trading wichtig ist

Slippage gehört zu den typischen Risiken im Trading und kann in allen Märkten auftreten – vom Forex Trading über den Wertpapierhandel bis hin zum Trading von Kryptowährungen. Besonders in volatilen Marktphasen oder bei geringer Liquidität können bereits kleine Kursbewegungen dazu führen, dass Orders zu einem anderen Ausführungspreis ausgeführt werden als ursprünglich erwartet.

Für dich als Trader ist es deshalb wichtig zu verstehen, wie Slippage entsteht und welche Faktoren das Risiko für Preisabweichungen erhöhen. Vor allem der gewählte Ordertyp, die Marktbedingungen und die Liquidität eines Marktes können großen Einfluss auf die Orderausführung haben.

Auch wenn sich Slippage nicht vollständig vermeiden lässt, können Limit Orders, eine passende Slippage-Toleranz und ein bewusstes Risikomanagement dabei helfen, mehr Kontrolle über die Ausführung von Orders zu behalten. Gerade im schnellen Trading-Umfeld kann ein besseres Verständnis von Slippage dabei unterstützen, Risiken realistischer einzuschätzen und typische Fehler bei der Orderplatzierung zu vermeiden.

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