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02/19/2026

10 Min. Lesezeit

Erklärung und Übersicht: Was sind Derivate?

derivate

In der Welt der Finanzen ist ein Derivat ein Finanzinstrument, das es dir als Anleger ermöglicht, auf die Kursentwicklung von Basiswerten wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen zu spekulieren oder dich gegen Preisrisiken abzusichern. Derivate wie Optionsscheine, Futures und Swaps bieten Anlegern verschiedene Möglichkeiten zu investieren. Doch wie genau funktionieren Derivate im Handel? 

In diesem Ratgeber erklären wir dir die Bedeutung von Derivaten, ihre Funktionsweise und geben dir eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Derivaten. Außerdem erhältst du eine Erklärung, wie man mit Derivaten handeln kann und welche Risiken und Chancen dabei bestehen. 

  • Definition: Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert auf einem Basiswert wie Aktien, Rohstoffen oder Anleihen basiert und deren Preisentwicklung durch den Kurs dieses Basiswerts bestimmt wird. 

  • Erklärung: Derivate funktionieren als Verträge, die den zukünftigen Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu festgelegten Bedingungen regeln, wodurch sie es Anlegern ermöglichen, auf Preisänderungen zu spekulieren oder sich gegen künftige Preisschwankungen abzusichern. 

  • Arten: Zu Derivaten zählen Zertifikate, Futures, Optionen, Swaps und Forwards, die entweder an der Börse oder außerbörslich gehandelt werden. 

  • Chancen und Risiken: Derivate zeichnen sich je nach Basiswert durch hohe Volatilität aus, insbesondere bei außerbörslichem Handel, bieten jedoch gleichzeitig die Chance, von Marktbewegungen zu profitieren. 

Einfach erklärt: Derivate – was ist das? 

Derivate sind per Definition Finanzinstrumente, deren Wert von einem sogenannten Basiswert abhängt. Ein Basiswert ist der zugrunde liegende Vermögenswert, auf dem das Derivat basiert, wie beispielsweise eine Aktie oder eine Anleihe. Ein Derivat selbst ist also kein physisches Produkt, sondern ein Vertrag, der auf die Preisbewegungen des zugrunde liegenden Vermögenswerts reagiert. 

Mit Derivaten kannst du von der Kursentwicklung eines Basiswerts profitieren, ohne diesen tatsächlich besitzen zu müssen. Im Derivatehandel können Anleger auf dieses Finanzinstrument zurückgreifen, um sich abzusichern oder auf zukünftige Preisbewegungen zu spekulieren. 

Worin kann man mit Derivaten investieren? 

Anleger können mit Derivaten in verschiedene Anlageklassen investieren. Neben Wertpapieren bieten Derivate auch die Möglichkeit, in die Marktbewegungen physischer Güter oder von Währungen zu investieren. Dadurch erhalten Anleger Zugang zu zahlreichen Märkten. Im Folgenden sind einige der gängigsten Anlageklassen aufgeführt, bei denen Derivate eingesetzt werden können: 

  • Aktien: Anleger können mit Derivaten auf die Kursentwicklung einzelner Unternehmen setzen, um von den Preisbewegungen einer einzelnen Aktie zu profitieren. 

  • Indizes: Mit Derivaten können Anleger beispielsweise auf die Entwicklung des DAX oder des Dow Jones spekulieren, wobei sie auf die Preisbewegungen eines gesamten Marktes oder Sektors setzen. 

  • Rohstoffe: Derivate ermöglichen es, auf die Preisbewegungen von Rohstoffen wie Gold und Silber zu setzen, ohne diese physisch kaufen zu müssen. 

  • Währungen: Mit Derivaten können Anleger Währungspaare wie EUR/USD handeln, um von Kursänderungen zwischen verschiedenen Währungen zu profitieren. 

  • Kryptowährungen: Derivate bieten dir die Möglichkeit, auf den Kurs von Kryptowährungen wie Bitcoin zu spekulieren, wodurch du die Preisschwankungen in diesem volatilen Markt für dich nutzen kannst. 

  • Anleihen: Derivate bieten die Möglichkeit, indirekt in Staats- oder Unternehmensanleihen zu investieren, indem auf die Preisentwicklung oder Zinsbewegungen dieser Anleihen gesetzt wird. 

  • ETFs: Auch auf ETFs lassen sich Derivate abschließen, wodurch Anleger auf die Entwicklung eines ganzen Portfolios von Aktien oder Anleihen setzen können, das im ETF gebündelt ist. 

What Is A Derivative Personal Finance 22

Übersicht: Welche Arten von Derivaten gibt es?

Derivate gibt es in vielen verschiedenen Formen, die jeweils unterschiedliche Merkmale und Verwendungszwecke bieten. Zu den bekanntesten Derivaten gehören Optionen, Futures, Zertifikate, Differenzkontrakte (CFDs) und Swaps.  

In den folgenden Abschnitten werden wir die einzelnen Derivatearten näher betrachten, ihre Funktionsweise erklären und aufzeigen, wie Anleger sie im Derivatehandel nutzen können.

Beispiel: Wie funktionieren Derivate? 

Nachdem wie erklärt haben, was Derivate sind, mit welchen Anlageklassen du sie handeln kannst und welche Arten es gibt, folgt nun eine beispielhafte Erklärung, wie man Derivate handeln kann

Der Preis von Derivaten ist direkt von dem zugrunde liegenden Basiswert abhängig. Anleger spekulieren auf die Preisbewegungen eines Basiswerts, wobei sie entweder auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse setzen. In diesem Beispiel erklären wir, wie du mit Derivaten handeln kannst: 

Ein Anleger glaubt, dass der Aktienkurs von Apple in den kommenden Monaten steigen wird und entscheidet sich, eine Call-Option zu kaufen. Diese Option ist ein bedingtes Derivat, das ihm das Recht gibt, die Aktie zu einem festgelegten Preis (Basispreis) und innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu kaufen.  

Gehen wir davon aus, dass der Basispreis 250 € beträgt, die Laufzeit der Option bei 3 Monaten liegt und die Optionsprämie 15 € kostet. Steigt der Kurs der Apple-Aktie nun innerhalb der Laufzeit, beispielsweise auf 360 €, kann der Investor die Option ausüben. Er kauft die Aktie zum Basiswert von 250 € und könnte sie sofort zum aktuellen Marktwert von 360 € verkaufen. Der Bruttogewinn liegt somit bei 110 €. Zieht man die investierte Prämie von 15 € ab, ergibt sich ein tatsächlicher Gewinn von 95 € pro Aktie. 

Damit der Anleger in die Gewinnzone gelangt, muss der Aktienkurs über den Break-Even-Punkt von 265 € steigen (Basispreis 250 € + Prämie 15 €). Sollte der Kurs der Apple-Aktie am Ende der Laufzeit unter 250 € notieren, verfällt die Option wertlos. In diesem Fall verliert der Anleger lediglich die gezahlte Prämie von 15 €. Es besteht keine Verpflichtung, die Aktie zum (dann teureren) Basispreis zu kaufen. 

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass du mit Derivaten handeln kannst, um auf die Preisbewegungen eines Basiswerts zu spekulieren, ohne diesen direkt zu besitzen. Der größte Vorteil von Derivaten liegt in der Möglichkeit, mit geringem Kapitaleinsatz von Kursbewegungen zu profitieren, während der Einsatz (die Prämie) im Vergleich zum tatsächlichen Kauf des Basiswerts deutlich niedriger ist. Allerdings ist der Derivatehandel auch mit Risiken verbunden: Sollte der Basiswert sich nicht wie erwartet entwickeln, kann der Anleger die gesamte Prämie verlieren.  

Warum werden Derivate genutzt? 

Derivate ermöglichen es, auf Preisbewegungen von Basiswerten zu spekulieren, sich gegen Risiken abzusichern, von Preisunterschieden zwischen Märkten zu profitieren und die Anlagemöglichkeiten zu erweitern. Hier ein Überblick, wozu du ein Derivat beim Investieren deiner Finanzen nutzen kannst: 

  • Spekulation: Anleger setzen Derivate ein, um auf die Kursbewegungen von Basiswerten wie Aktien, Rohstoffen oder Währungen zu spekulieren und von zukünftigen Preisänderungen zu profitieren. 

  • Risikoabsicherung (Hedging): Derivate bieten eine Möglichkeit der Risikoabsicherung (auch Hedging genannt), etwa durch den Einsatz von Futures, Optionen oder Zertifikaten, um Kursverluste zu vermeiden. 

  • Arbitrage: Du kannst in Derivate investieren, um von Preisunterschieden zwischen verschiedenen Märkten zu profitieren. 

  • Erweiterung der Anlagemöglichkeiten: Durch den Handel mit Derivaten können Anleger auf verschiedene Anlageklassen und Basiswerte zugreifen, die mit traditionellen Investitionen oft nicht so einfach zu handeln sind, wie etwa Rohstoffe oder bestimmte Währungspositionen. 

Derivate bieten eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten, erweitern die Anlagemöglichkeiten und bieten Zugang zu verschiedenen Märkten und Basiswerten. Doch trotz der vielfältigen Vorteile sollten Anleger sich der Risiken bewusst sein, die mit dem Derivatehandel einhergehen.

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Chancen und Risiken von Derivaten 

Derivate bieten zahlreiche Vorteile, aber auch potenzielle Nachteile, die du als Anleger berücksichtigen solltest. Ein Überblick: 

Chancen von Derivaten: 

  • Hebelwirkung: Mit Derivaten lässt sich mit einem niedrigen Kapitaleinsatz von Preisbewegungen profitieren, was hohe Gewinne ermöglichen kann. 

  • Risikomanagement: Derivate bieten die Möglichkeit, Portfolios gegen Kursverluste abzusichern oder von fallenden Kursen zu profitieren, indem man gezielt auf Verluste spekuliert. 

  • Flexibilität: Der Derivatehandel ermöglicht eine breite Palette an Anlagestrategien und den Zugang zu Märkten wie Rohstoffen, Währungen oder Indizes, die mit traditionellen Investitionen schwieriger zu erreichen sind. 

  • Arbitrage: Mit Derivaten können Preisunterschiede zwischen verschiedenen Märkten genutzt werden, um von Marktineffizienzen zu profitieren. 

  • Niedriger Kapitaleinsatz: Derivate erlauben es, von Kursbewegungen zu profitieren, ohne den gesamten Basiswert zu kaufen, wodurch man mit weniger Kapital eine ähnliche Marktposition einnehmen kann. 

  • Zugang zu internationalen Märkten: Derivate bieten Anlegern die Möglichkeit, in Märkte zu investieren, die für traditionelle Investitionen oft nicht zugänglich sind, wie etwa Märkte in Schwellenländern oder spezifische Rohstoffmärkte. 

Risiken von Derivaten: 

  • Hohe Verlustgefahr: Durch die Hebelwirkung können auch Verluste entstehen, die den ursprünglich investierten Betrag übersteigen und im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust führen. 

  • Komplexität: Der Handel mit Derivaten ist komplex und erfordert tiefgehendes Verständnis, da falsche Einschätzungen leicht zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen können. 

  • Volatilität: Starke Kursschwankungen des Basiswerts wirken sich direkt auf den Wert des Derivats aus, was die Volatilität verstärken und zu unvorhersehbaren Verlusten führen kann. 

  • Mangelnde Transparenz: Besonders bei außerbörslichen Geschäften kann es an Transparenz fehlen, was das Risiko erhöht, sich auf undurchsichtige Handelsbedingungen einzulassen. 

  • Nachschusspflicht: Bei bestimmten Derivaten kann es erforderlich sein, zusätzliches Kapital bereitzustellen, wenn der Markt gegen die Position läuft, was die Risiken weiter erhöht. 

Markt- und Kontrahentenrisiken: Der Derivatehandel ist nicht nur durch Marktschwankungen, sondern auch durch Risiken im Zusammenhang mit dem Handelspartner (Kontrahentenrisiko) gefährdet, was zu finanziellen Verlusten führen kann.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema Derivate

Nun hast du einen guten Überblick darüber, was ein Derivat ist und wie du mit diesem Finanzinstrument handeln kannst. In unserem FAQ findest du noch weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen zu diesem Thema.